Friesendörfer
Die Friesendörfer Archsum, Morsum, Munkmarsch, Keitum und Tinnum sind meistens das Erste, was Sie von Sylt zu sehen bekommen. Reisen Sie nämlich mit der Bahn über den Hindenburgdamm, kommen Sie genau hier “an Land”. Die Orte (ehemals Gemeinde Sylt - Ost, siehe Westerland) gehören seit 2009 allesamt zur Gemeinde Sylt und machen den bauchigen Teil der Insel aus. Anders als die vorher beschriebenen Orte haben die Friesendörfer nichts mit Dünen zu tun. Hier ist das Land flach und grün. Dafür ist der Norden ja eigentlich auch bekannt.
Im folgenden die Orte mit Ihren Sehenswürdigkeiten.
Archsum
Ländliche Idylle. Diese zwei Worte beschreiben Archsum treffend. Große Touristenmagneten gibt es hier nicht. Und ebenso kein Gedränge und keinen Lärm. Dafür ist im kleinsten Ort der Insel einfach kein Platz. Für Menschen, die ein wenig Stille lieben ist das perfekt - einfach mal abschalten und die frische Luft genießen. Es hat schon etwas Besonderes im Sommer an den Feldern entlang zu spazieren und den Grillen zuzuhören. Dazu eine kühlende Brise direkt vom Meer, so klingt Urlaub. Im Winter empfiehlt sich für einen solchen Spaziergang ein Windstiller Tag. Dann aber sollte man raus aus der warmen Stube und den Ausblick bewundern. Über das Flache Land können Sie Kilometerweit schauen. Zurück in den Bergen (aus friesischer Sicht alles über 5 Meter Höhe) haben Sie keinen so guten Ausblick mehr vom Boden aus.
Vielleicht interessieren Sie noch die Findlinge im Dorf. Diese gehörten vor ca. 2000 Jahren zum Ringwall einer damaligen Siedlung. Die Reste wurden 1860 nach Ausgrabungen abgetragen und die Findlinge ins Dorf gebracht.
Morsum
Der Ort beeindruckt vor allem durch das Morsum - Kliff. Hier sind drei Erdschichten aus verschiedenen Zeitperioden übereinander gelagert, zusammengepresst und später durch das Meer wieder freigespült worden. Das ist einmalig in Europa. Die unterschiedlichen Schichten sind gut an den ihrer Farbe zu erkennen. Das Kliff ist 1800 Meter lang, bis zu 21 Meter hoch und steht seit 1923 unter Naturschutz. Entdecken können Sie das Areal nur zu Fuß. Auto- und Fahrrad fahren ist verboten, was auch verständlich ist. Auf zwei Wegen werden sie durch die Natur geführt und erfahren auf Hinweistafeln mehr über das Kliff und die Landschaft.
Morsum ist der erste Sylter Ort, denn Sie, vom Hindenburgdamm aus kommend, zu sehen bekommen.
Wie bei den anderen Friesendörfern auch, ist hier der ländliche Charme überwiegend. Reetgedeckte Häuser, Felder und Stille. Für diejenigen, die einfach nur abschalten und der Hektik der Alltages entgehen wollen, ein perfekter Ort.
Munkmarsch
Der Ort liegt gut geschützt an der Ostseite von Sylt im Wattenmeer und ist damit das nördlichste Friesendorf. Bevor den Hindenburgdamm gebaut wurde und Hörnum seinen Hafen bekam, war Munkmarsch Anlegestelle für die vielen Passagierschiffe, die neue Gäste von Hamburg nach Sylt brachten. Die Zeiten sind jedoch lange vorbei.
Heute ist Munkmarsch ein Treffpunkt für Segler und Surfer. Bei Ostwind für noch lernende ein guter Spot und als Übungsgewässer sehr viel besser geeignet als die raue Nordsee. In die sollten Anfänger am besten gar nicht ohne professionelle Aufsicht gehen.
Ein kleiner Yachthafen beheimatet ein paar Boote, die nur darauf warten ins Wattenmeer gelassen zu werden . Da der Hafen Tideabhängig ist, bestimmt die Natur den Zeitplan Ihres nächsten Törns. Auf die Natur zu warten ist aber noch die angenehmste Art des Wartens und die Entschädigung jedes Warten wert.
Keitum
Bevor Westerland zur Sylter Hauptstadt wurde, war Keitum der wichtigste Ort auf der Insel. Doch mit den Touristen und dem Hindenburg-damm veränderte sich auch das Bild von Keitum. Heute ist Keitum das “heimliche Juwel” von Sylt.Diesen Titel hält der Ort völlig zurecht. Einst führten wohlhabende Kapitänsfamilien den Ort zu Reichtum und Ansehen. Die vielen wunderschönen und hunderte Jahre alten Reetdachhäuser und die Alleen zeugen noch heute von dieser Zeit. Solche Szenen kennt man normalerweise nur von Rosamunde Pilcher Romanen.
Wer gerne essen geht, findet in Keitum eine erstklassige Gastronomie. Tische sollten rechtzeitig reserviert werden.
Drei Museen bereichern den Ort. Das Feuerwehrmuseum finden Sie gegenüber der Feuerwache in der C.P. Hansen Allee. Das Ehemalige Keitumer Spritzenhaus beherbergt heute über 200 Ausstellungsstücke rund um das Thema Feuerwehr, darunter Uniformen, Helme und Ausrüstungsgegenstände. Besuchen können Sie das Museum von April bis Oktober jeden Dienstag 10.30 - 13.00 Uhr
Im Altfriesischen Haus reisen Sie in die Zeit um das 18. Jahrhundert. Alles sieht genau so aus, wie die Insulaner vor vielen hundert Jahren lebten. Eine interessante Erfahrung das Leben der Menschen damals mit dem heutigen zu vergleichen. Ein gusseisener Ofen versorgte die Bewohner damals mit Wärme. In Schrankbetten begaben sie sich, halbsitzend, zur Ruhe. In der angeschlossenen Weberei stellen Frauen nach historischem Vorbild Wolldecken und Gardinen her, die Sie natürlich auch kaufen können. Das Altfriesische Haus finden Sie Am Kliff 13.
Nur wenige Häuser weiter, Am Kliff 19, finden Sie das Sylter Heimatmuseum. Hier wird die Sylter Geschichte durch die Ausstellungsstücke begreiflich gemacht. Im Vordergrund stehen die Nähe zum Land und zum Meer. Alte Kacheln, Standuhren und Alltagsgegenstände malen ein Bild vom Sylt im Laufe der Jahre.
Tinnum
Fahren Sie vom Autozug herunter werden Sie beinahe automatisch nach Tinnum gelotst. An der Kreuzung rechts abbiegen und schon sind Sie mittendrin. Der Ort könnte vor allem deswegen so wichtig für Sie werden, weil es hier im Gewerbegebiet eine große Zahl unterschiedlicher Kaufmänner und Discounter gibt. Auch ein Waschsalon gibt’s hier. Den Übergang von Westerland zu Tinnum bemerkt man nicht. Neben dem geschäftigen Teil Tinnums, der im Grunde nur aus Industriegebiet besteht, gibt es auch noch ein dörfliches Tinnum. Das finden Sie auf der anderen Seite der Bahnschienen.
Besondere Sehenswürdigkeit ist der Tinnumer Tierpark mit über 300 einheimischen und exotischen Tierarten. Die Tiere dürfen gefüttert und teilweise auch gestreichelt werden. Mit ein wenig Glück sehen Sie auch ein paar neugeborene Tierjunge. Nicht nur für Kinder ein schönes Ausflugsziel!
