List
List nimmt das Privileg für sich in Anspruch die nördlichste Gemeinde in Deutschland zu sein. Das bietet viele lustige Möglichkeiten. Wenn Sie sich zum Beispiel ganz nach oben an die Spitze des Ellenbogens stellen, fast ans Wasser, dann sind sie: Der nördlichste Mensch in Deutschland. Herzlichen Glückwunsch! Die geografische Extremlage hat zur Folge, dass List Mitglied im Zipfelbund geworden ist. Jener Zusammenschluss, der die Extremgemeinden vereint. Außer List sind Mitglied: Selfkant für den Westen, Oberstdorf für den Süden sowie Görlitz für den Osten.
Die Fahrt nach List ist an sich schon ein Erlebnis. Auf der einzigen nordgerichteten Straße fahren Sie durch unbeschreibliche Landschaften. Links die Dünen, rechts das Wattenmeer. So geht das ein paar Kilometer, bis Sie zu einem der unglaublichsten Anblicke kommen, den Sie sich vorstellen können. Die Landschaft von Listland. Hohe Dünen, zum großen Teil bewachsen und mittendrin Reetdächer. Ganz viele davon. Versuchen Sie das mal bei Dämmerung. Unbeschreiblich.
Im Ort angekommen gibt es dann eine ein wenig seltsam anmutende Straßenführung und den Hafen. Um der Straßenführung nicht zum Opfer zu fallen, biegen Sie am besten nicht ab, bis Sie zu einem Kreisverkehr kommen. Die zweite rechts, am Parkplatz parken, aussteigen und Hafenluft schnuppern. Den Lister Hafen sollten Sie während Ihres Sylturlaubes auf jeden Fall besuchen. Neben der Anlegestelle für die Fähre nach Røm, gibt’s hier das grade fertiggestellte Erlebniszentrum Naturgewalten, die alte Tonnenhalle und viele weitere Geschäfte.
Von der Anlegestelle aus starten Sie Ausflugsfahrten ins Wattenmeer und zu den Seehundsbänken. Eine Mitfahrt lohnt sich immer. Zuhause angekommen werden Sie selten die Möglichkeit haben, Seehunde in der freien Natur zu erleben.Eine Fahrt nach Röm können Sie sich ebenso überlegen. Der Kilometerlange Sandstrand, sowie der weite Surfstrand suchen ihresgleichen. Im Lister Hafen ist auch der Seenotrettungskreuzer “Minden” stationiert. Auf ihm tuen zwei Crews abwechselnd jeweils zwei Wochen lang Dienst. Tag und Nacht. Danach gibt’s zwei Wochen Landgang.
An einem Ausflug in die Alte Tonnenhalle werden Sie, und sollten Sie, nicht herumkommen. Viele Geschäfte und die berühmte nördlichste Fischbude locken tagtäglich hunderte Besucher an. Und das zurecht.
Außer des Hafens ist List berühmt für den nördlichsten Punkt Deutschlands: Den Ellenbogen. Doch auch hier zunächst ein Wort der Vorsicht: Das Baden ist absolut verboten. Die Strömung würde Sie sofort mitreißen. Auch wenn’s von oben vielleicht nicht so aussieht. Zum Ellenbogen kommen Sie über eine Privatstraße, auf der eine Maut entrichtet wird. Denn, der gesamte Ellenbogen befindet sich in Privatbesitz. Nehmen lassen sollten Sie sich dieses Erlebnis auf keinen Fall. Die Natur hier gehört mit zu dem schönsten, was Sylt zu bieten hat und steht zudem unter Naturschutz.
Wer auf dem Ellenbogen eine riesige Infrastruktur erwartet, wird enttäuscht. Hier gibt es außer eine Pension (der nördlichsten, natürlich) und der Natur nichts. Das ist gut so, war aber mal anders. Genau hier nämlich waren im Ersten und Zweiten Weltkrieg Bunker und Geschütz -stellungen. Bis 1992 dienten Teile als Übungsplatz für die Nato. Daran erinnern heute nur noch Munitions - Warnschilder. Und die Betonplatten der Straße. Zwischen Ellenbogen und Listland liegt eine weite Bucht,Königshafen genannt. 1644 besiegten hier die Truppen des dänischen Königs Christian IV in einer Seeschlacht die Flotten der Niederländer und Schweden. Daher der Name. Die Bucht ist Teil des Nationalparks Schleswig - Holsteinisches Wattenmeer und gehört damit zum UNESCO Weltnaturerbe. Das Betreten dieses Teils ist damit zum Schutz der Tiere und der Pflanzen verboten. Eine Besonderheit ist auch die unbewohnte Vogelschutzinsel Uthörn. Ein Refugium nicht nur für die Seevögel.
An der Ostseite des Ellenboges befindet sich ein beliebter Surfspot inklusive Surfschule.
