Westerland
Es mag durchaus unterschiedlich sein, woran man als erstes denkt, hört man den Namen dieser Stadt: Westerland. Einigen kommt sofort das Lied der Ärzte in den Sinn, die voller Sehnsucht in egal welches Gewässer springen wollten, nur um der Insel ein Stück näher zu sein. Für andere ist es die mehr oder weniger geglückte Klassenfahrt in der 7ten. Wieder andere erinnern sich gerne an den letzten Urlaub zurück und an Wellen im Sonnenuntergang. Und einige tragen noch immer das Armband am Handgelenk, dass sie hier kauften.
Genau diese Vielfalt ist es, die Westerland ausmacht. Sie ist eben nicht nur Friesenstadt. Auch nicht nur Einkaufsstadt. Und nicht nur Strandstadt. Vor allem aber ist sie eines nicht: langweilig und immer gleich. Hier tummeln sich alle Arten Menschen mit allen Gründen hier zu sein. Ebenso sind die Geschäfte, Restaurants, und Bars auf jedes Klientel ausgerichtet. Genau das macht Westerland zum Zentrum auf Sylt. Und für viele zum ersten Eindruck, den Sie von der Insel gewinnen, wenn sie aus der Bahnhofsvorhalle herauskommen und das erste Mal Sylter Boden betreten.
Aus dem Bahnhof heraus führen zwei Wege in völlig unterschiedliche Teile Westerlands. Geht man nach links, kommt man über die Wilhemstraße direkt auf die Friedrichstraße mit Ihren Geschäften, Restaurants, Bars und den vielen Gästen. Die Friedrichstraße mündet in die 6 Kilometer lange Kurpromenade. Genau der richtige Ort, um Meeresluft und Nordseewellen zu genießen. Meistens sind auch ein paar Surfer im Wasser. Gehen Sie am Bahnhof allerdings rechts herum, kommen Sie nach Alt-Westerland. Hier beginnt der ruhige Teil der Stadt, mit seinen Reetdach gedeckten Häusern und dem Vogelgezwitscher. Beide Teile sollten Sie sich einmal anschauen. Je nach Tagesgefühl ist genau das Richtige für Sie dabei.
Zunächst ein wenig mehr über die Westerländer Fußgängerzone, die Friedrichstraße. Viel Kurorttypisches kann man hier entdecken: Nordseewetterjacken - Geschäfte, Bücherläden mit den aktuellen Bestsellern und Leuchtturm - Souvenirs. Dazwischen gesellen sich allerdings auch wahre Sylter Größen: berühmte Fischbuden, teure Uhren und über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Gasthäuser. Eingeleitet wird die Meile von der Wilhelmine. Eine kleine Stein-Figur mitten in einem Brunnen. Gefertigt wurde sie von der, mittlerweile verstorbenen, Sylter Bildhauerin Ursula Hensel - Krüger, die in den 60er und 70er Jahren den öffentlichen Raum von Schleswig-Holstein mit gestaltete. 1980 wurde der dazugehörige Brunnen von der Stadt angelegt.
Parallel zur Friedrichstrasse verläuft die Strandstraße. Die Strandstraße ist der Friedrichstraße sehr ähnlich, aber vom Gefühl her ein ganz anderes Erlebnis. Ein wenig schmaler, aber geräumig, und nicht so viele Menschen. Kleine Geschäfte und ein Kino bestimmen das Straßenbild. Laufen Sie die Strandstraße in Richtung Osten entlang, kommen Sie an das Westerländer Rathaus. 1898 als Kurhaus erbaut, entschloss die Stadtversammlungsordnung 1933 das Kurhaus als Rathaus und den großen Saal als Stadthalle zu nutzen. Seit 1985 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Laufen Sie die Strandstraße wieder Richtung Westen zurück, kommen Sie an die Kurpromenade. Neben der Strandstraße sollten Sie auch die anderen kleinen Nebenstraßen nicht verpassen. Grade diese machen einen Bummel durch Westerland zu etwas Besonderem. Hier findet man immer kleine Goldkörner, um die man sich sonst gebracht hätte, wenn man nicht mal eben nach rechts oder links eingebogen wäre.
Belohnt wird man am Ende der Friedrichstraße mit dem westwärts gewandten Blick auf die Nordsee. So rauh wie hier werden Sie sie selten erleben. Es macht einfach Spaß den Wellen und der Brandung zuzusehen. Ein besonderes Spektakel ist dieser Ausblick natürlich bei ordentlich Wind und Wellengang. Hier, direkt am Ufer der See, beginnt die kilometerlange Kur-promenade. Es gibt nichts schöneres, als an einem kalten Tag stundenlang auf der Promenade zu spazieren und danach einen heißen Kaffee oder Kakao zu trinken, bzw. an warmen Tagen den Tag am Strand zu verbringen und später ein eiskühltes Getränk zu sich zu nehmen. Weitere Sehenswürdigkeiten der einzigen Stadt auf Sylt, sind die Sylter Welle und der Friedrichshain. Die Sylter Welle ist ein Erlebnisbad, das direkt in die Dünen gebaut wurde. Hier schwimmen Sie in echtem (natürlich gereinigtem) Nordseewasser. Selbstverständlich gibt es auch alles andere, was bei einem Schwimmbadausflug nicht fehlen darf: Außenbecken, Gezeitenpool, Riesenrutsche, Strandkörbe, Ruhezonen und vieles mehr.
Der Friedrichshain ist ein Naturerlebnisraum, in dem Sie die Natur fühlen und erleben können. Das rund neun Hektar große Gebiet liegt am Nordrand der Stadt, in Höhe der Asklepios Klinik, und ist von Siedlungsgebieten umgeben. Gekennzeichnet ist das Gebiet durch seinen großzügigen Mischwald - Bestand. Ein künstlich angelegter Süßwasserweiher soll zudem dafür sorgen, dass sich die Artenvielfalt in dem Gebiet noch weiter ausbreitet. Kinder dürfen hier nach Herzenslust toben und spielen, auf Bäume klettern und (wenn die Eltern es zulassen) im Matsch tollen. Auch ist es zum großen Teil erlaubt, den Wald auch außerhalb der gekennzeichneten Gebiete zu betreten. Der 32. Naturerlebnisraum liegt zwischen der Norderstraße, Wenningstedter Straße und Am Friedrichshain.
Stadtführungen, mit dem Thema "Westerland einst und heute", finden jeden Samstag um 10 Uhr statt. Treffpunkt ist die Alte Post in der Stephanstraße. Die Teilnahmegebühr beträgt 6,00 €.
Am 1. Januar 2009 wurden die Gemeinden Westerland, Sylt - Ost und Rantum per Bürgerentscheid zu der Gemeinde Sylt zusammengeschlossen.
